
Dirty Linen magazine (US), Dec 03/Jan04:
Celtic music has long been popular in Germany, which helps explain German groups like the trio More Maids. On "Live" [Verlag der Spielleute CD0202 (2002)], these three women harmonize wonderfully on traditional songs like 'Red Is The Rose' and 'The Cruel Sister', as well as a couple of modern surprises, loke the Indigo Girls' 'Closer To Fine', which sounds just fine accompanied by tin whistle, fiddle and bouzouki. The touches of German accents in the vocals are a delightful reminder of the universal appeal of good music, and Gudrun Walther, who handles the fiddle or accordian lead on most of the album's five hand-clapping tune sets, could certainly hold her own in any Irish musical setting."
Tom Nelligan
fRoots Magazine (GB), Sept. 2002:
More Maids are a German trio comprised of Gudrun Walther, Marion Fluck, and Barbara Coerdt whose home reputation grows rapidly. Originally formed as a German answer to The Poozies they have developed far from the master plan. More Maids now are three experienced performers, commendable singers, and accomplished musicians. More Maids Live their second full-length album finds them offering tightly arranged impressive instrumental sets like Sailing and Brenda where Altan brio meets De Dannan fluency. The song bag is equally impressive, a radical reworking of Red is the Rose enlightens a hackneyed standard. Likewise, the Dear Janes Angry and Steve Knightlys Exile show a flair for spiky edgy narratives. While Closer to Fine fails to emulate Indigo Girls raucous original the inclusion of a Corrs like jig time break adds a cosmopolitan Celtic touch. Armed with self-belief and musical proficiency, More Maids emerge along with Friels Kitchen as pick of the homegrown German neo Celtic bunch.
Irish Music Magazine (Ireland), Sept.2002:
The name More Maids springs up frequently on European pages of this publication. Some eight years on from their 1994 debut supporting The Poozies in Ludwigshafen, their career and reputation has grown considerably. Hard work and constant touring has opened the eyes and ears of many to the talents of Gudrun Walther, Marion Fluck, and Barbara Coerdt. Their first EP release More appeared in 1997 and was quickly followed by full-length album Mary is Busy, Too Busy to Marry in 2000. Now comes their third album a live recording called appropriately enough More Maids Live. Recorded in Esslingens Dieselstrasse on March 16th and 17th 2002, More Maids Live, captures the German trio on home ground delivering a tightly efficient set of songs and tunes. Using a line up of bouzouki, accordion, fiddle, flute and singing in three-part harmony, More Maids combine instrumental expertise with an eye for suitable song material. The opener Red Is The Rose utilizes their harmonic strength and a new tune adds considerable freshness to a hackneyed warhorse. Likewise Susanna Martin Claudine Langilles eerie tale of the 1692 Salem Witch Trials and Dougie McLeans Ready for the Storm shows an eye for solid quality vocal material. The traditional Cruel Sister speeds up the Pentangle original and portrays More Maids canny knack of taking templates laid down by earlier outfits and adding their own personalized slant with the Indigo Girls Closer To Fine complete with jig time break another case in point.
Musically, they play their sets fluently, light years away from the more staid neo-classical approaches of other like-minded outfits. Sailing and Templehouse kick and charge with a lightness and bounce that is effectively uplifting while Brenda shows subtle command of mood and tempo. The trio sound is compact and concise throughout, equally spacious and tight hitting targets with maximum efficiency. More Maids emerge as another choice European neo-Celtic outfit, tight, disciplined, and extremely potent.
John ORegan
Concerto-Magazin (Austria), Okt/Nov 2002:
1994 eigentlich aus einem kurzfristigen und einmaligen Festivalbeitrag entstanden, haben sich More Maids mittlerweile zu einem der attraktivsten und gefragtesten Acts in der mitteleuropäischen Musiklandschaft - allerdings mit eindeutig irischem Flair - entwickelt
Bereits mit "Passepartout" 1997 beim Folkfestival Gutenbrunn im niederösterreichischen Waldviertel überzeugten Marion Fluck und Gudrun Walther, damals gemeinsam mit Klaus und Dietrich Linhart, als Sieger des deutschen Folkförderpreises 1996 in Rudolstadt, das kritische Folkpublikum in Österreich. Heute sind Marion Fluck, Gudrun Walther gemeinsam mit Barbara Coerdt bereits in Folkkreisen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und rücken mit ihrem neuen Live-Programm ihre großartige Bühnenperformance ins beste Licht. Das Trio hat das mit seiner neuen Live-CD nachhaltig und eindrucksvoll dokumentiert. Wie der Begleittext vermerkt: Drei Frauen, drei unterschiedliche Typen, drei Haarfarben, drei Instrumente, aber nur eine Musik: Irish Folk. Musikalisch überzeugt das perfekte Zusammenspiel, die Virtuosität sowie die gelungenen Gesangssätze ebenso wie die Interpretationen diverser Tanztunes. More Maids gelingt es, den mittlerweile doch hin und wieder auftretenden Stillstand im irischen Folksegment weitgehend vergessen zu machen. Traditionelle Klangmuster kombiniert mit einer jeweils sehr individuellen Ausrichtung der einzelnen Musikerinnen ergeben ein harmonisch-stimmiges akustisches Gesamtbild. Der künstlerische Erfolg manifestiert sich in der Planung von internationalen Tourneen, und für den Sommer ist nicht zuletzt die Teilnahme am internationalen Folkfestival in Gutenbrunn geplant.
Mario Prinz
Folker! (Deutschland), Januar 2003:
Endlich! Nach dem innovativen Folkpop-Debüt "Mary is busy... too busy to marry" (2000) ein Live-Album des umtriebigen Frauuen-Dreigestirns mit der besten deutschen Fiddlerin on the Scene: Gudrun Walther ( Geige, diatonisches Akkordeon, Vocals). Zu Beginn von Track 4 ("Brenda Stubbert's") spielt sie wie Martin Hayes leibhaftig - weich, dynamisch und groovy, die wahren Größen zeigen sich halt immer wieder im downtempo-Bereich. Aber höchste Zeit, auch Marion Fluck (Flöte, Akustik-Gitarre, Whistles, Backing Vocals) und Barbara Coerdt (Bouzouki, Vocals) zu erwähnen, denn der Zauber der More Maids liegt in ihrem zielsicheren Dreifach-Gesang (englisch), den filigranen Arrangement und dem feurigen Zusammenspiel. Soviel Liebe zum Detail wird den Sets aus traditionellen Jigs und Reels selten zuteil in der torfigen Weite deutscher Irish-Folk Bands. Hieer und da mischt sich ein G.Walther-Selfmade-Jig darunter (besonders schön: "Hangover Tuesday"). Was der geradezu radiotauglich produzierten Live-Aufnahme voll alter und zeitgenössischer Songs und Instrumentals einzig fehlt: ein paar ekstatische Publikum-"Yeehas!", im richtigen Moment abgefeuert. Aber wir befinden uns nun mal in Esslingen ("Dieselstrasse", 16/17.März 2002) und nicht in Dublin. Verdient hätten sie es.
Elise Schirrmacher
Eine echte Entdeckung ist die dreiköpfige Band "More Maids": Barbara Coerdt (Bouzouki), Marion Fluck (Flöte) und Gudrun Walther (Geige/Akkordeon) haben wunderschöne Stimmen, beherrschen ihre Instrumente virtuos und gelten als vielversprechende Newcomer in der Irish-Folk-Szene.
Mannheimer Morgen, 29.09.2002 Claudia von See
Mit ausgewählten Instrumentals, mehrstimmigem Gesang und hervorragenden Stimmen verzauberten die drei Musikerinnen von More Maids das Publikum im Hertener Glashaus.
WAZ, 23.09.2002 Andreas Holtschulte
(...) exzellent dargebotene Folkmusik (...) und niveauvolle Eigenkompositionen in der ausverkauften Pauluskirche. Alles spielten die More Maids meisterhaft und mitreißend. Daneben begeisterten zarte Liebeslieder und makabre Balladen wie Lovers Ghost oder Susanna Martin mit bildreichen, bedeutungsschweren Texten das Publikum.
Westdeutsche Zeitung, 21.06.2002 Veronika Pantel
Da sage noch einer, mit irischer Volksmusik lasse sich heutzutage niemand mehr hinter dem Ofen vorlocken! Die More Maids konnten volles Haus im Laboratorium melden.
Stuttgarter Zeitung
Die More Maids überzeugten das zahlreich erschienene Publikum vor allem auch durch ihre Lebensfreude, die sie neben hervorragender Musikalität demonstrierten.
Torgauer Zeitung, 28.05.2002 (TZ)
Geballte Frauenpower und große Musikalität bewiesen die More Maids (...), die Atmosphäre in der ausverkauften Dieselstraße stimmte. In perfektem Zusammenspiel von Fiddle, Flute und Akkordeon bewältigten die More Maids auch halsbrecherische Läufe in atemberaubender Geschwindigkeit. Da vermisst man keine Ale-seligen Herren mit Bart und Bierbauch. Auch durch ihre mit trockenem Humor erzählten Anekdoten unterhielten sie ihr Publikum aufs Beste. Ready for the Storm sind More Maids nicht nur in einer Hinsicht.
Esslinger Zeitung, 19.03.2002, Petra Weber-Obrock
Die Musik der drei ist nicht auf (...) irische und schottische Songs beschränkt, sondern lebt durch eigene Kompositionen. Die More Maids sind auf einem Erfolg versprechenden Kurs, um eine der führenden Formationen ihres Genre zu werden.
Die Rheinpfalz (jös)
Schaurig-schöne irische Geschichten
(Die Rheinpfalz, 21.08.01)
"More Maids" gastieren in Sausenheim
Drei Frauen, drei unterschiedliche Typen, drei Haarfarben, drei Instrumente, aber nur eine Musik: Irish Folk. Das ist es, was die "More Maids" lieben, zelebrieren und immer wieder mit neuem Gesicht einem begeisterten Publikum näher bringen. In Sausenheim am Samstagabend war dies ein fast andächtig ruhiges, aber trotzdem bewegtes Publikum, das die Musik der grünen Insel aufzusaugen schien. Nicht alles, was die "More Maids" singen und spielen, stammt aus der traditionellen Musik, vieles kommt aus eigener Feder, wird belebt und inszeniert, stimmlich gestaltet. Überhaupt sind es die drei Stimmen von Barbara Coerdt (Bouzouki), Marion Fluck (Irish Wooden Concert Flute) und Gudrun Walther (Fiddle/ diatonisches Akkordeon), die das mystische Element der keltischen Musik zu einem Erlebnis machen. Gemeinsam schaffen die drei einen vokalen Sound, der seinesgleichen sucht und sicher ein Grund ist, warum die Musikerinnen immer wieder in unserer Region verpflichtet werden. Schaurig-schöne Geschichten - von der grausamen Schwester oder den drei Mänern, die im Mondschein zum illegalen Schnapsbrennen aufbrechen - werden gemischt mit eigenen Songs wie "Tommy's Dream". Dieses Lied wurde ohne einen Titel geschrieben, und Zuhörer sollten bei verschiedenen Konzerten einen Namen dafür finden.
Gudrun Walther ist es, die mit solchen Anekdoten den Kontakt zum Zuhörer herstellt und selbst dem, der Irish Folk sonst selten hört, die Brücke zur Musik baut, den Bezug zum Song schafft. Witzig ist übrigens auch, dass die drei Damen auf Wunsch der Kinder im "Tigerenten Club" im Fernsehen einmal ein Lied sangen, das von einem wilden Trinkgelage handelt. Müßig zu erklären, dass die drei Damen jeweils Meisterinnen ihres Instrumentes sind, ihrem Genre gerecht werden und so einfach ansteckend auf das Publikum wirken. Wen wundert es also, wenn immer mehr Zuhörer mit dem Kopf mitgehen, in Bewegung geraten und es kaum noch auf den Sitzen auszuhalten scheinen. Die "More Maids" sind in einem gewissen Sinn auch ein Garant für ein volles Haus, das zeigte sich im Bahnhof in Sausenheim sehr deutlich. Mit einem Guinness in der Pause schließlich war das Gefühl, ein Stück Irland mitten in der Pfalz erlebt zu haben, perfekt. (jös)
Spiel mir das Lied der bösen Schwester
(Täglicher Anzeiger Holzminden, 19.03.01)
More Maids mit Irish Folk in Bevern
Bevern (was).
der Bogen tanzt über die Saiten der Geige. Die helle Stimme Barbara Coerdts lässt das Publikum der Schlosskapelle Bevern nach Irland schweben. Sie singt ein Lied wie ein irisches Märchen, eines über die dunklen Seiten der grünen Insel. Zwei Schwestern entzweit der Hass, bis eines Tages die Ältere die Jüngere ermordet. Fahrende Musiker finden die Knochen der Leiche. Sie fertigen aus ihnen eine Harfe, um auf der Hochzeit der Mörderin zu spielen. Die Rache naht, die Harfe spukt und die Wahrheit kommt ans Licht.
Das alte irische Lied ist Teil des Konzerts der deutschen Folk Gruppe More Maids im Rahmen der Frauenaktionswoche des Landkreises Holzminden. Die Resonanz ist gewaltig, die Schlosskapelle des Weserrenaissanceschlosses bis auf den letzten Platz ausverkauft.
Zuerst einmal beruhigt Gudrun Walther die Zuhörer, das Lied The Cruel Sister nicht zu wörtlich zu nehmen: Wir sind keine Schwestern. Denn, die Protagonisten des Stücks sind, wie zwei der Musikerinnen, blond und dunkelhaarig. Sie wollten eher dem Fernsehkrimi Konkurrenz machen, erzählen sie gutgelaunt. Ihre Musik handelt von kriminellen Machenschaften, fehlendem Geld und nicht erhörter Liebe. Eine explosive Mischung, der Charme der More Maids bringt selbst solche Themen locker auf die Bühne. Das Trio ist gut zusammengestellt, jede Musikerin betont ihren eigenen Charakter. Gudrun Walther mit Fiddle und Akkordeon spielt den Part der rothaarigen Schönen, die mit ihrem Spiel und Ausdruck besticht. Mit Gesang und Irish Bouzouki gewinnt Barbara Coerdt die Zuhörer auf ihre Art: leiser und mit schöner, klarer Stimme. Als dritte im Bunde entlockt der Irish Flute Marion Fluck unterschiedlichste Klangmuster, mal heiter beschwingt, mal melancholisch, immer jedoch mit viel Gefühl. Doch bei allem makellosem Spiel und dem auffallend professionellen Bühnenauftritt, präsentieren sich die More Maids jenseits der typischen Atmosphäre eines irischen Pubs. Vielleicht hat der Irish Folk einfach nur ein jüngeres Gesicht bekommen, eines ohne die Falten und Kerben, an denen sich Melodien der Iren mit Whiskey und Poesie Jahrhunderte abarbeiten konnten. Hier liegt vermutlich der Grund, warum die Gruppe selbst das poporientierte Radio für sich gewinnen kann. Die Lebenswelten haben sich geändert, sowohl für Folk Musik als auch für die Menschen in Irland.
Die drei jungen Damen sind selbstbewusst, beherrschen Blicke, Minenspiel und lockere Sprüche wie je weniger man nachdenkt, umso besser. Eine neue Generation steht mit More Maids auf der Bühne, die sich nicht am alten Klischee der Liedermachergeneration orientieren will oder kann.
Bei ihrem Erfolgsstück Ready for the storm , ein Lied über die Einsamkeit eines Seemanns, von Dougie MacLean, werden die Musikerinnen plötzlich ernst. Sie treffen die Seele des Liedes. Hier zeigt sich, wie charmant sich altes und neues Irland treffen können.
Bildunterschrift: Die drei jungen Damen nahmen ihr Publikum gefangen
Bloß keine Feuersbrunst!
(Allgäuer Zeitung, 11.04.01)
Könnte ja sein, die More Maids haben magische Kräfte
Von Klaus Büttermann
Wenn Fabelwesen auftauchen, gibt es in der realen Welt meist einige Verwirrung. Im Falle der im Kaufbeurer Podium angespülten Mehr-Jungfrauen More Maids kam es sogar zu einem mehrdimensionalen Stromausfall, der dank LEW mittels eines Generators überbrückt werden konnte. Zwar verzögerte sich der Beginn der gut verkauften Veranstaltung gehörig, aber die drei jungen Damen nahmen es mit professioneller Gelassenheit und viel Charme.
Gudrun Walther an Fiddle und Akkordeon, Barbara Coerdt an der Bouzouki und Marion Fluck an hölzerner Querflöte und Gitarre spielten an diesem letzten Abend ihrer 16-tägigen Deutschlandtournee so souverän entspannt ihre teils selbstkomponierten Jigs und Reels auf, daß der Funke unmittelbar aufs Publikum übersprang. Viel Kontakt schufen auch die wechselnd übernommenen Ansagen, mit denen die Zuhörer auf die schaurigen Balladen von Geistern und Hexen wie auf die flotten Instrumentals eingestimmt wurden.
Musikalisch beeindruckten das durchgängig perfekte Zusammenspiel ebenso wie die traumhafte Virtuosität der drei More Maids und ihre schönen Gesangssätze. Harmonisch durfte es da durchaus mal moderner klingen als bei Irish Folk üblich, ein unterlegter Baß-Loop kam einmal zum Einsatz, und auch a cappella wie in der ersten Zugabe machten die flotten Maids einen guten Eindruck.
Auch noch der Generator
Kennengelernt hat sich das musikalisch vielseitige und gründlich ausgebildete Trio übrigens in der Folk-Szene, und natürlich haben sie auch Irland bereist und dort schon mit bekannten Leuten musiziert. Wo sie aber diese magischen Kräfte herhaben? Ausgerechnet bei einem Song über ein Haus ohne Strom ging nämlich auch noch der Generator kaputt, und Hausherr Peter Brosche verbat sich danach ausdrücklich Lieder über Feuersbrünste oder Naturkatastrophen.
Insgesamt also ein sehr feiner Abend, dem allenfalls ein wenig die alkoholgetränkt-raubauzige Patina fehlte. Gelegenheit zum Mitklatschen gab es trotzdem reichlich.
Schaurige Lieder und einsame Flöten
More Maids gastieren bei Frauenkulturtagen in Bad Oldesloe - Irische Musik weitergedacht
Von Georg Siegemund
BAD OLDESLOE - Wenn man irische Musik hört, ist meist alles klar. Das hört man doch immer zu einem guten Guinness, im Hinterkopf taucht dann noch ein älterer, verknitterter, aber irgendwie sympathischer Mann auf, der eine abgeschrammelte Fiddle unter´s Kinn klemmt und zwischendurch in einem undefinierbaren Englisch Geschichten erzählt. Alles klar.
Und dann kommen die drei Frauen von More maids und zeigen, dass gar nichts klar ist. Dass man irische Musik auch mal gegen den Strich bürsten kann, dass sich die Musik von der grünen Insel seit den Zeiten von Wild Rover und Whiskey in the Jar auch entwickelt hat. Eins muss gesagt werden: More Maids sind verdammt gut. Ihre Musik ist atmosphärisch dicht, wenn Gudrun Walther mit Violine und Knopfakkordeon über die Bühne wirbelt, dann fehlt nur noch die verrauchte Luft und man könnte sich in einem Pub in Galway wähnen - wäre da nicht der pfälzische Zungenschlag der Fiddlerin. Man glaubt, in uralten Steinhäusern zu sitzen, wenn Barbara Steinort ihre Bouzouki zum Singen bringt. Oder wenn Marion Fluck mit der Irish Wooden Flute träumt, dann sieht man grüne Berge durch einen dünnen Regenschleier - es ist alles sehr irisch. Aber mit dem Irischen, das so harmlos daherkommt, transportieren die Maids Texte, die es in sich haben. Schaurige Lieder nennen sie die Balladen, bei denen tote Liebhaber umgehen oder Musiker aus Knochen Harfen bauen. Naja, die Harfenbastler waren eben sehr experimentell, so der Kommentar zu Cruel Sister.
Und dann war da noch die Geschichte von der Kindersendung Tigerentenclub, die die Maids eingeladen hatte - und ausgerechnet das Lied Shinig Clear hören wollte, ein Lied, in dem es um Selbstgebrannten geht, im Mondlicht gebraut, damit er tüchtig dreht.
Und dann sind da noch Lieder wie Angry und Closer To Fine, die mit traditioneller irischer Musik ungefähr so viel zu tun haben, wie Udo Lindenberg mit dem Zupfgeigenhansel. Einen schönen Gruß von den Cranberries hört man da heraus, ein wenig auch die Lyrik der singer-songwriter, die Texte sind aufregend und tiefsinnig. Sie hoffen, singen die Frauen da, dass ihre Töchter auch so wütend wie sie werden könnten und bringen alles Philosophieren auf den Punkt: Je weniger man darüber nachdenkt, wie´s einem geht, um so besser geht´s einem.
Der Auftritt der More Maids im Rathaus Bad Oldesloe war ein Höhepunkt der Frauenkulturtage. Wie bei dem letzten Auftritt der Truppe in Bad Oldesloe war das Konzert komplett ausverkauft - vielleicht sollte man sich auf Veranstalterseite Gedanken über einen größeren Raum machen. Obwohl - wie man so einander beinahe auf dem Schoß saß, das hatte auch schon wieder fast etwas Irisches. Sláinte!