
Geplant war, die 25.Harlekinade mit einem Konzert der Poozies zu eröffnen, es fehlte aber noch die zündende Idee für eine zweite Band. Da die Poozies eine der ersten Frauenbands überhaupt in der Szene waren, und dieses Konzept sehr neu und begrüßenswert war, schlug Marion vor, eine deutsche Frauenband einzuladen.
Die Suche gestaltete sich schwierig, und daher reifte der Entschluß, für dieses Jubiläum selbst eine Band zusammenzustellen. Drei weitere Musikerinnen stimmten dem Plan begeistert zu:
Ute Käufler, frischgebackene Konzertharfenistin, die der Klassik liebend gerne für eine Zeit den Rücken zuwenden und sich in keltische Abenteuer stürzen wollte,
Gudrun Walther, erst 17 aber in der Szene bereits als Fiddletalent bekannt und Petra Sieb, Gitarristin und Akkordeonistin.
Man traf sich und probte, mit literweise Tee und vielen leckeren Kuchen, mit viel Pioniergeist für schräge Tunes und gewagte Arrangements und - vor allem - viel Spaß an der Sache. So reifte innerhalb von 6 Monaten ein Programm heran, das irgendwie anders war, als alles, was man bisher von irischen und deutsch-irischen Bands kannte: da wurden irische und Balkan-Rhythmen kombiniert, Tempi geändert und Filmmusiken zu Tunes umgestrickt - nicht alles perfekt, aber vieles einen Versuch wert. Und so hatten die More Maids schon nach der Vorpremiere auf dem ersten Großkarlbacher Folkfestival den Ruf weg, etwas ganz Besonderes zu sein.
Die Harlekinade und somit der große Tag der Band rückte näher, als Petra unter Prüfungsstreß die More Maids verlassen mußte. Dies löste eine panische Suche nach Ersatz aus. Und wieder war es Marion, die die zündende Idee hatte, eine Bouzoukispielerin zu fragen, die sie auf dem letzten Treffen der deutschen Uilleann Pipes-Gesellschaft gehört hatte: Barbara Steinort aus Hannover.
Sie wurde angerufen, Kassetten verschickt und knapp drei Wochen vor der Harlekinade machten sich dann die drei Pfälzerinnen auf den Weg in den hohen Norden, um im Keller von Barbaras Stammkneipe Notenkiste eine Probe abzuhalten.
So wurde die erste Stammbesetzung geboren und -wegen der winterlichen Temperatur im Probenkeller- mit Irish Coffee begossen.
Vor dem Konzert mußte eine Einspielprobe genügen, und dann begaben sich die Maids auf ihre erste große Bühne, wo unter anderem schon Bands wie Gwerz, Runrig, Flairck, Barzaz, Tri Yann, Easy Club, Wolfstone, Battlefield Band und viele andere gespielt hatten.
Und trotz der Aufregung, der Umbesetzung und den damit verbundenen wenigen Proben war das Konzert ein voller Erfolg!
Begeisterte Reaktionen aus dem Publikum, große Komplimente seitens der Poozies und erste Konzertanfragen machten den Abend zu einem Fest und die Harlekinade zur Geburtsstätte einer Band, die seither nicht mehr aus der Szene wegzudenken ist.


Die ersten Jahre 1994-1997 spielten die Maids in zahlreichen Clubs in Deutschland, sammelten Erfahrungen aller Art - von erkaltetem Dosengulasch als Catering (ohne Brot!) über Schneekatastrophen in Nordfranken bis hin zu Spukhäusern in Italien und unauffindbaren Nachtquartieren in Österreich, aber auch tolle Erlebnisse wie der Auftritt auf dem Altburg-Festival in Bundenbach, der in einer spontanen Bühnensession mit der Schäl-Sick-Brass Band aus Köln mündete, weiteren Konzerten mit den Poozies und den ersten, für die Band legendären Tourneen. 1997 war ebenfalls das Jahr, als Margit Bazilewski von Limerick Junction zur Band stieß, und das Line-up mit einer zweiten (!!!!) Bouzouki (Blarge) sehr bereicherte.
Mittlerweile war das Repertoire auch nicht mehr rein instrumental, sondern auch vokal, und die auffällige Vorliebe für leicht morbide bis makabre Lieder von Liebe, Mord und Totschlag prägte mit den Charakter der Band.
1997 hatte aber noch mehr in petto für die More Maids: Gudrun und Marion entschieden sich in diesem Jahr, der Musik als Beruf eine Chance zu geben und mit den Maids und ihrer Band Passepartout (Folkförderpreis 1996) ernst zu machen.
Auch gab es im Sommer / Herbst eine Umbesetzung, Ute stieg aus und Margit als festes Bandmitglied ein.

Dies veränderte den Sound der Band erheblich, aber die konzentrierte Arbeit brachte sehr gute Ergebnisse: Hits wie Ready for the storm, Overcast und Jig of life entstanden, und das Vorhaben eine CD einzuspielen wurde konkret.
Doch so vielversprechend das alte Jahr aufgehört hatte, so traurig war es, als Margit aus beruflichen Gründen im Januar 1998 aus der Band aussteigen mußte! Auftritte und Studio waren jedoch schon gebucht, und so entschieden sich die drei verbliebenen Maids noch am selben Tag, als Trio weiterzumachen. Das CD-Repertoire verkürzte sich dabei mangels Zeit zum Proben auf eine Maxi-CD namens More, die ein großer Erfolg wurde, und auch die ersten Konzerte zu dritt stießen auf begeisterte Resonanz.
Seither sind die More Maids als unzertrennliches Trio von den Alpen bis zur Nordsee und darüber hinaus on the road und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht...


